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Energie und Förderung22. September 2026· Redaktion: Fensterluke Team

Heizspiegel 2026 und warum dein altes Fenster heimlich mitheizt

Der neue Heizspiegel sagt für Heizöl ein Plus von 24 Prozent voraus. Warum das auch eine Geschichte über zugige Fenster ist und was du vor dem Winter noch tun kannst.

Heute ist einer dieser Tage, an denen man morgens die Nachrichten liest und dann ganz unauffällig zur Heizung schielt. Der Heizspiegel 2026 ist draußen, herausgegeben von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online zusammen mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherrenschutzbund. Und er hat für viele Haushalte keine besonders gemütliche Botschaft.

Für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus rechnet die Studie bei Heizöl mit einem Anstieg der Jahreskosten um 24 Prozent auf 1.275 Euro. Holzpellets sollen um 17 Prozent teurer werden. Beim Erdgas sieht es etwas freundlicher aus, dort erwartet co2online ein Minus von 4 Prozent auf 1.120 Euro im Jahr. So berichten es unter anderem ZDFheute und der Berliner Kurier.

Warum Öl gerade so teuer ist

Als Hauptgründe nennt co2online den Krieg im Iran und die Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten, die das Angebot beim Öl spürbar verknappt haben. Laut ZDFheute ist der Preis für 100 Liter Heizöl seit Januar von unter 100 Euro auf rund 179 Euro geklettert. Bei den Pellets kommt dazu, dass wegen der schwachen Baukonjunktur weniger Sägereste anfallen, aus denen Pellets gepresst werden. Wenig gebaut heißt also wenig Holzabfall heißt teures Heizen. Man muss sich solche Zusammenhänge nicht ausdenken, die Wirklichkeit liefert sie frei Haus.

Und das Gas? Die leichte Entlastung kommt laut Studie von niedrigen Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und vom Wegfall der Gasspeicherumlage. Gleichzeitig warnt co2online, dass die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise zum Jahresende oder im kommenden Jahr bei den Kunden ankommen könnten. Das kleine Minus ist also eher eine Atempause als ein Grund, die Thermostate auf fünf zu drehen.

Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online, hat es gegenüber ZDFheute ziemlich trocken formuliert.

Die Zeit billiger fossiler Heizenergie ist mit der Energiekrise vor vier Jahren zu Ende gegangen.

Langfristig halten die Fachleute sogar eine Verdopplung der Heizkosten für Gas und Öl bis 2045 für möglich. Treiber sind der steigende CO2 Preis, höhere Netzentgelte und die Pflicht, fossilen Brennstoffen nach und nach erneuerbare Anteile beizumischen. Der CO2 Preis liegt laut ADAC in diesem Jahr zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne, und wohin die Reise danach geht, ahnst du wahrscheinlich.

Was das mit deinen Fenstern zu tun hat

Jetzt kommt der Teil, bei dem klar wird, warum ausgerechnet ein Fensterhändler diesen Artikel schreibt. Ziemlich durchschaubar, zugegeben. Aber die Rechnung ist tatsächlich simpel. Du kannst den Preis pro Liter oder Kilowattstunde nicht beeinflussen. Wie viel davon du brauchst, schon eher. Und ein ordentlicher Teil der Wärme, die du teuer einkaufst, verabschiedet sich nicht durch die Wand, sondern durch die Stellen, an denen die Wand ein Loch mit Glas drin hat.

Laut co2online können über veraltete Fenster bis zu 15 Prozent der Heizenergie verloren gehen. Als veraltet gelten dort Fenster, die vor 1995 eingebaut wurden. Bei Fenstern von vor 1970 empfiehlt co2online den Tausch sogar dringend. Wenn in deinem Haus noch Einfachglas steckt oder die Rahmen so aussehen, als hätten sie die Mondlandung live im Fernsehen verfolgt, gehörst du ziemlich sicher zur Zielgruppe.

Bei 1.275 Euro Heizölkosten im Jahr wären 15 Prozent übrigens gut 190 Euro. Das ist keine exakte Rechnung für dein Haus, weil jedes Gebäude anders ist, aber es zeigt ungefähr die Größenordnung, um die es geht. Jedes Jahr. Und mit jedem Cent, um den der Brennstoff teurer wird, wird auch der Anteil teurer, der durch die Scheibe entwischt.

Woran du ein Energieleck am Fenster erkennst

Du brauchst dafür kein Labor. Ein paar Alltagsbeobachtungen reichen meistens. Wenn du dich im Winter neben das Fenster setzt und das Gefühl hast, jemand hätte eine Klimaanlage eingeschaltet, zieht es vermutlich durch die Dichtungen. Wenn die Gardine sich bei geschlossenem Fenster bewegt, obwohl kein Geist im Haus wohnt, ebenfalls. Innen beschlagene Scheiben am Glasrand und dunkle Stellen in der Laibung sind ein Zeichen dafür, dass die Oberfläche dort kalt ist. Und ein Blick in den Scheibenzwischenraum verrät manchmal das Baujahr, oft ist es irgendwo im Abstandhalter eingeprägt.

Der entscheidende Kennwert für die Dämmwirkung eines Fensters ist der Wärmedurchgangskoeffizient, bei Fenstern kurz Uw genannt. Er sagt, wie viel Wärme pro Quadratmeter Fensterfläche und Grad Temperaturunterschied nach draußen geht. Je kleiner die Zahl, desto besser. Nach dem aktuellen Gebäudeenergiegesetz darf ein neu eingebautes Fenster laut co2online höchstens einen Uw von 1,3 W/(m²K) haben. Wer eine Förderung will, muss strenger sein.

Was es kostet und was es zurückgibt

Ehrlich gesagt ist ein Fenstertausch keine Kleinigkeit, die man zwischen Frühstück und Mittagessen erledigt. co2online nennt für ein Standardfenster samt Einbau eine Spanne von 500 bis 1.500 Euro und schreibt, dass sich die Investition über die gesparten Heizkosten oft innerhalb von zehn Jahren bezahlt macht. Bei steigenden Ölpreisen wird dieser Zeitraum eher kürzer als länger, das ist die unfreiwillig gute Nachricht an den schlechten Nachrichten.

Dazu kommt die Förderung. Laut co2online gibt es über das BAFA standardmäßig 15 Prozent Zuschuss für den Fenstertausch, mit individuellem Sanierungsfahrplan sogar 20 Prozent. Dafür muss das neue Fenster dann einen Uw von höchstens 0,95 W/(m²K) erreichen. Bevor du bestellst, lohnt sich deshalb ein Gespräch mit einer Energieberaterin oder einem Energieberater, denn die Förderung musst du in der Regel beantragen, bevor der Auftrag vergeben ist. Wer erst kauft und dann fragt, hat später viel Zeit, sich darüber zu ärgern.

Was du diesen Winter trotzdem sofort tun kannst

Nicht jeder tauscht im Oktober noch alle Fenster, und das ist auch völlig in Ordnung. co2online weist darauf hin, dass rund 90 Prozent der Haushalte noch Sparpotenzial haben und allein mit besserem Heizen und Lüften etwa zehn Prozent Verbrauch drin sind. Kurz und kräftig stoßlüften statt stundenlang kippen ist dabei der Klassiker, den jeder kennt und trotzdem kaum jemand konsequent macht. Ich schließe mich da ausdrücklich ein.

Bei älteren Fenstern helfen außerdem neue Dichtungen, richtig eingestellte Beschläge und abends heruntergelassene Rollläden. Ein geschlossener Rollladen bildet vor der Scheibe ein Luftpolster und nimmt der Kälte etwas die Direktverbindung ins Wohnzimmer. Das ersetzt kein neues Fenster, macht aber einen spürbaren Unterschied, gerade in Räumen, in denen du abends sitzt.

Und dann gibt es den Moment, an dem man ehrlich zu sich selbst ist. Wenn du jedes Jahr neue Dichtungen klebst, Handtücher auf die Fensterbank legst und trotzdem einen Pullover mehr trägst als nötig, ist das alte Fenster eben kein Charakterstück mehr, sondern ein Posten auf der Heizkostenabrechnung.

Wie es weitergehen kann

Der Heizspiegel ist keine Glaskugel, aber er zeigt ziemlich klar, in welche Richtung sich die Kosten fürs Heizen mit Öl und Gas langfristig bewegen. Am Brennstoffpreis wirst du nichts ändern. An der Frage, wie viel Wärme durch deine Fenster verschwindet, schon.

Falls du dir anschauen willst, was für deine Öffnungen infrage kommt, kannst du im Fensterkonfigurator ganz in Ruhe Maße, Öffnungsart, Verglasung und Farbe durchspielen und siehst direkt, was dabei herauskommt. Für den Rollladen, der im Winter mit dämmt, gibt es den Bereich Rollläden. Und wenn du erst einmal nur wissen willst, ob sich der Tausch bei dir rechnet, ist der Konfigurator auch ein ganz guter Ort, um mit einer echten Zahl statt mit einem Bauchgefühl zur Energieberatung zu gehen.

Redaktion und Quellen

Verantwortlich für Inhalt und Aktualisierung: Fensterluke Team.

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